Wie du mit effektiver Gesprächsführung für fruchtbaren Austausch sorgst

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Austausch und Diskussionen sind Herzstück vieler Workshops. Sie helfen bei der Überprüfung von Annahmen, decken Wissenslücken, Denkfehler oder ungenutzte Potenziale auf und sorgen durch das gemeinsame Denken für gemeinsame Orientierung.
In diesem Kapitel bekommst du nützliche Tipps und Methoden an die Hand, wie du dafür sorgen kannst, dass die Gespräche nicht ausfransen oder sich im Kreis drehen, sondern euch wirklich weiterbringen.
Überlege dir als Facilitator stets, was das Ziel der aktuellen Diskussion ist, um dann die passende Frageform zu wählen. Dabei hilft dir das Verständnis von Divergenz und Konvergenz. Einfach gesagt: Wann öffnen wir unseren Blick (Divergenz) und wann verengen wir ihn (Konvergenz)? Zu Beginn eines Workshops geht es beispielsweise oft darum, einen Überblick über den Sachverhalt zu erlangen. Hier werden zunächst alle Punkte gesammelt, die relevant erscheinen – wir öffnen unseren Blick also. Anschließend erfolgt in der Regel eine Analyse, bei der die Punkte verdichtet werden und klar wird, dass manche relevanter sind als andere. In dieser Phase fokussieren und priorisieren wir – wir verengen unseren Blick.
Dieses Prinzip lässt sich direkt auf die Formulierung von Fragen übertragen. Nicht zufällig wird daher auch von offenen und geschlossenen Fragen gesprochen.
Offene Fragen helfen bei der Exploration oder auch der Erarbeitung neuer Ideen. Sie regen zum Nachdenken und Assoziieren an und bringen das Gegenüber ins Erzählen. Zum Beispiel: „Welche Erfahrung habt ihr bisher mit dem Thema XY gemacht?“
Geschlossene Fragen helfen bei der Priorisierung oder Entscheidung. Oftmals sind es klassische Ja/Nein- oder Auswahlfragen. Zum Beispiel: „Welcher dieser drei Ansätze ist am einfachsten umsetzbar?“
Als Facilitator stehen dir verschiedene Techniken zur Verfügung, um eine Diskussion zu lenken und den Rahmen zu halten:
In unseren Tools achten wir darauf, situativ passende und zugleich abwechslungsreiche Austauschformen zu wählen. Nicht jedes Gespräch muss im Plenum stattfinden. In Situationen, in denen nicht alle alles wissen müssen oder gemeinsame Entscheidungen getroffen werden, kann die Arbeit in kleinen Gruppen die Verantwortung und auch den Redeanteil einzelner Personen steigern und so direkten Einfluss auf das Energie-Level der Teilnehmenden nehmen.
Hier ein kurzer Überblick der verschiedenen Formen und ihre Einsatzzwecke:

Das Plenum eignet sich, wenn alle denselben Stand brauchen oder gemeinsam Entscheidungen getroffen werden sollen. Als Facilitator ist hier besonders wichtig, Beiträge zu strukturieren und Redeanteile zu steuern.

Kleingruppen senken die Hemmschwelle zur Beteiligung und erhöhen die aktive Redezeit. Sie sind besonders wirksam, um Ideen zu entwickeln, Themen zu vertiefen oder Perspektiven vorzubereiten.

Gespräche zu zweit ermöglichen Tiefe, Reflexion und persönliches Nachdenken in einem geschütztem Rahmen. Sie eignen sich gut als Vorbereitung für spätere Diskussionen im Plenum.
Du hast dieses Kapitel abgeschlossen. Nimm dir kurz Zeit zu reflektieren, was du mitnimmst und was du als Nächstes ausprobieren möchtest. Teile deine Gedanken, Fragen oder Erfahrungen gern in den Kommentaren - oder mach direkt mit dem nächsten Kapitel weiter.