Abgelenkte Teilnahme

Wie du am besten mit Personen umgehst, die parallel Arbeit erledigen und abgelenkt sind

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Die durchschnittliche Bearbeitungszeit beträgt 3 Minuten.

In Workshops kann es immer wieder vorkommen, dass Teilnehmende parallel an anderen Aufgaben arbeiten, die nichts mit dem Workshop zu tun haben. Mal passiert es vielleicht eher unbewusst und aus Gewohnheit, manchmal steht eine nahende Deadline dahinter, die Druck erzeugt.

Learnings

Das lernst du in diesem Kapitel

  • Wie du Fokus einforderst, ohne unnötigen Druck oder Bloßstellung zu erzeugen
  • Wie du zwischen Verständnis, Flexibilität und klaren Grenzen balancierst

Als Facilitator solltest du darauf achten, dass alle mit ihrer vollen Aufmerksamkeit beim Workshop sind. Weise zu Beginn proaktiv darauf hin, dass ihr diese Zeit gemeinsam für das Workshop-Ziel nutzen wollt. Wenn dir dennoch auffällt, dass jemand abgelenkt ist, bieten sich folgende Optionen an.

Auf Pausen verweisen

Bitte die Teilnehmenden, Aufgaben, die nicht direkt mit dem Workshop zu tun haben, in die Pause oder die Zeit nach dem Workshop zu verschieben. Verweise dabei kurz auf die Agenda, um Orientierung zu geben und Klarheit über den Ablauf, die nächste Pause oder das Ende des Workshops zu schaffen.

Beispiel: „Ich sehe, dass einige von euch parallel Aufgaben erledigen, die nichts mit dem Workshop zu tun haben. In 15 Minuten haben wir die nächste Pause. Parkt sie bitte bis dahin und widmet so lange eure ganze Aufmerksamkeit unserer aktuellen Fragestellung.“

Individuelle Lösungen finden

Manchmal haben Aufgaben eine so hohe Dringlichkeit, dass sie sich nicht verschieben lassen. Schau in diesen Fällen gemeinsam mit der betroffenen Person die Agenda an und findet eine Phase, die für den Gesamtworkshop weniger relevant ist. Die Person kann sich dann während dieser Zeit kurz zurückziehen, um die Aufgabe zu erledigen und später, etwa zur Ergebnisphase, wieder einzusteigen.

Beispiel: „Ich verstehe, dass die Aufgabe zeitkritisch ist und du da Druck hast. In 10 Minuten haben wir eine Brainstorming-Phase, wo du dich rausziehen könntest. Es wäre allerdings wichtig, dass du zur Präsentation um 11:00 wieder da bist. Passt das für dich?“

Grenzen setzen

Solltest du den Eindruck haben, dass das Verhalten die Gruppendynamik stört, kannst du versuchen, die Person räumlich etwas abseits zu platzieren. Wenn auch das nicht ausreicht, ist es vollkommen in Ordnung, sie im Sinne der Gruppenproduktivität freundlich zu bitten, den Workshop zu verlassen.

Beispiel: „Damit der Workshop gut funktioniert, brauchen wir die Aufmerksamkeit von allen. Ich habe allerdings den Eindruck, dass du gedanklich bei anderen Aufgaben bist und damit Einfluss auf die Gruppendynamik nimmst. Ich würde dich daher bitten, den Workshop zu verlassen.“

Geschafft!

Du hast dieses Kapitel abgeschlossen. Nimm dir kurz Zeit zu reflektieren, was du mitnimmst und was du als Nächstes ausprobieren möchtest. Teile deine Gedanken, Fragen oder Erfahrungen gern in den Kommentaren - oder mach direkt mit dem nächsten Kapitel weiter.

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