Energiemanagement

Energielevel berücksichtigen und mit kleinen Impulsen lebendig halten

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Die durchschnittliche Bearbeitungszeit beträgt 4 Minuten

Energie-Level zu erkennen und aktiv zu steuern, ist eine äußerst nützliche Fähigkeit als Facilitator. Denn neben einer guten Agenda und passenden Methoden entscheidet die Energie im Raum maßgeblich darüber, wie gut ein Workshop funktioniert.

Learnings

Das lernst du in diesem Kapitel

  • Wie du Energie im Workshop frühzeitig mitplanst
  • Wie du Energieveränderungen frühzeitig erkennst und situativ passend reagierst

Energie planen

Sorge als Facilitator vor und während des Workshops dafür, dass die Energie der Gruppe aufrechterhalten wird. Dabei helfen dir einfache Maßnahmen:

  • Plane zu Beginn einen Moment der Aktivierung ein, zum Beispiel einen kurzen Check-in oder einen kurzen Austausch zu Berührungspunkten mit dem Workshop-Thema. So schaffst du von Anfang an Beteiligung und vermeidest, dass Teilnehmende in eine passive Rolle rutschen.
  • Vermeide lange Phasen reinen Theorie-Inputs, da sie ermüdend und überfordernd werden können. Wenn du den Input nicht wirklich kürzen kannst, unterteile ihn in kleinere Impulse und wechsle zwischen Input und Austausch.
  • Auch räumliche Abwechslung gibt Energie. In analogen Workshops hilft es beispielsweise, zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln oder verschiedene Bereiche des Raums für unterschiedliche Phasen zu nutzen. Auch in digitalen Workshops kannst du für visuelle Abwechslung sorgen. Teile deinen Bildschirm nur dann, wenn es nötig ist, schicke die Teilnehmenden zur Gruppenarbeit in Breakout-Räume oder arbeitet gemeinsam auf einem digitalen Whiteboard.
  • Fehlende Orientierung im Workshop senkt Energie. Gib daher zu Beginn eines Workshops einen Überblick über die Agenda und informiere zwischendurch, wo ihr steht. Kleine Signale wie: „Wir sind gut in der Zeit, gleich machen wir eine Pause“ oder „Wir haben noch 15 Minuten, bevor wir entscheiden“ sind sehr wirksam.
  • Plane genügend Pausen ein. Nach 60–90 Minuten hilft eine Pause dabei, Fokus und Energie wieder zu erhöhen. Gerade bei digitalen Workshops tritt eine Ermüdung noch rascher ein.

Energie wahrnehmen und beeinflussen

Achte während eines Workshops immer wieder bewusst auf Körpersprache, Blickkontakt und Beteiligung. Wird leiser gesprochen? Schweifen Blicke ab oder wirken Bewegungen langsamer oder wuseliger? In digitalen Settings ist das meist etwas subtiler. Du siehst weniger, musst dafür umso stärker auf Stimmverläufe, Beteiligung oder Reaktionszeiten achten.

Wenn die Energie im Raum nachlässt, sprich das offen an. Zum Beispiel indem du sagst: „Ich habe den Eindruck, dass die Energie gerade etwas sinkt. Sollen wir kurz eine Pause machen und einmal durchatmen oder den letzten Schritt durchziehen?“ Die Gruppe kann sich dann bewusst entscheiden, ob sie eine kurze Unterbrechung braucht oder noch einmal gemeinsam Energie für die restliche Phase aufbringt. Wenn die Gruppe sich uneinig ist, triff du die Entscheidung.

Dabei geht es nicht immer darum, die Energie zu steigern. Manchmal kann es genauso hilfreich sein, bewusst für Fokus zu sorgen. Je nach Ziel kannst du also eine Methode wählen, die aktiviert – etwa ein kurzer Bewegungsimpuls oder ein spielerisches Warm-up – oder eine, die zur Fokussierung beiträgt, wie zum Beispiel einen kollektiven Moment der Ruhe.

Als Facilitator bist du Taktgeber. Auch wenn du nicht allein dafür verantwortlich bist, kannst du mit deinen Impulsen den Rhythmus des Workshops beeinflussen.

Geschafft!

Du hast dieses Kapitel abgeschlossen. Nimm dir kurz Zeit zu reflektieren, was du mitnimmst und was du als Nächstes ausprobieren möchtest. Teile deine Gedanken, Fragen oder Erfahrungen gern in den Kommentaren - oder mach direkt mit dem nächsten Kapitel weiter.

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